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Aus der Welt der Medizin

26.2.11

Vor Wochen haben die Massenmedien eine Grippewelle abgekündigt. Vor Tagen haben die gleichen Medien die Leute insofern beruhigt, als sie lauthals behaupteten, die Grippe sei vorbei. Ganz offensichtlich ticken die Uhren in Bischofszell anders: im ganzen "Winter" haben wir in der Praxis nie so viele virale Infekte gesehen wie letzte Woche. Einige mögen Schweinegrippefälle gewesen sein, andere eher nicht. Es spielt ohnehin keine Rolle, welcher Erreger aus dem bekannten Reservoir zugeschlagen hat. Wir können in jedem Fall nur die Symptome bekämpfen. Auf die Dauer des Infektes haben unsere Massnahmen keinen Einfluss. Und Tamiflu ist wohl aus dem Geschäft - buchstäblich. Mal schauen, was die neue Woche bringt.
23.1.11

Fast jeden Tag vernehmen wir von den Massenmedien, die (Schweine-) Grippe sei im Anzug. Wir haben bisher von dieser Epidemie nichts oder nur wenig mitbekommen. Wir sehen kaum 5 Patienten pro Tag, welche die typischen Grippesymptome aufweisen: hohes Fieber über mehrere Tage, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwächegefühl. Dazu können sich Beschwerden von Seiten der Lunge oder des Magendarmtraktes gesellen. Von der Grippe zu unterscheiden sind jene Viruserkrankungen, welche mit ähnlichen Krankheitszeichen einhergehen, schwächer allerdings. Und dann gibt es noch jene Erkrankungen, welche den Allgemeinzustand vielleicht nur wenig einschränken, dafür aber wochenlang andauern können.

2.12.10

Was zu befürchten war, ist eingetreten: wir haben nicht wenige Patienten verloren, weil Ihnen die SWICA nicht die gleichen Bedingungn offerieren konnte wie die bisherige Kasse. Es sind vorwiegend Kunden der CSS, welche sich von uns abgewandt haben, weil sich die CSS und die SWICA nicht auf ein Hausarztmodell einigen konnten. Dass es uns um diese zum Teil langjährigen Patienten leid tut, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Am schwersten fällt uns die Trennung von den Kindern, die in kurzer Zeit Vertrauen zu uns gefasst hatten. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen ehemaligen Patienten für die Unannehmlichkeiten entschuldigen, die wir ihnen bereitet haben.

21.11.10

Der Praxisbetrieb läuft rund. Die üblichen Herbstinfektionen sind bisher ausgeblieben. Dies kann sich allerdings von einem auf den anderen Tag ändern. Wir sind gefasst darauf.

22.10.10

Ein Run auf die Grippeimpfung ist bisher ausgeblieben. Ganz anders als im letzten Jahr. Die Propaganda des BAG (Bundesamt für Gesundheit) hat bisher keine Wirkung gezeigt. Nicht jeder Arzt ist mit den Empfehlungen des BAG einverstanden. Wir in der Praxis im Sandbänkli empfehlen unseren Patienten sich ungefähr an die folgenden Regelungen zu halten:

1. Wer bisher gute Efahrungen gemacht hat, sollte sich impfen lassen;
2. wer bisher negativ auf die Imfpung reagiert hat, sollte darauf verzichten;
3. wer in einem Beruf mit häufigen Menschenkontakten arbeitet, sollte die Grippeimpfung ernsthaft in Erwägung ziehen. Zu diesen Berufsgruppen gehören Ärzte in der Praxis und am Spital; Pflegepersonal in Spitälern, Heimen und in der Spitex; ev. auch Lehrer und Menschen, die an einem Schalter arbeiten (Post oder Bank).

Und die Senioren? Und die Schwangeren? Und die Kleinkinder? Sie gehören alle zu den Risikogrupppen. Die Anwendung bei den Senioren ist umstritten: die Einen meinen, man müsste doch gerade jene impfen, die oft einen schweren oder gar tödlichen Verlauf zeigten. Die Anderen sind der Überzeugung, dass das Immunsystem der älteren Generation nicht mehr imstande sei, auf die Impfung mit einer genügenden Immunantwort aufzuwarten. Damit wäre die Impfung eher schädlich als nützlich. Wer hat recht? Alle und niemand. Die Geister scheiden sich an dieser Frage. Wir machen es uns bequem und lassen den Patienten entscheiden.

Gemäss BAG sollten Schwangere ab dem 4 Monat geimpft werden. Dann wären Mutter und Kind für ein paar Monate teilweise geschützt. Bei den Neugeborenen soll der Impfschutz bis zu 6 Monaten andauern. Deshalb die Empfehlung, Kinder ab dem 6. Lebensmonat zu impfen.

Viele, viele Fragen bleiben offen: 1. wie hoch ist der Impfschutz, das heisst, wie gross ist meine Chance die Grippe nach der Impfung nicht zu bekommen? 60 oder 70%. Mehr oder weniger?
2. Welche Menschen habe die grösste Chance, von der Spritze zu profitieren? Die Grossen oder die Kleinen? Die Festen oder die Schlanken? Die Hellen oder die Dunklen? Es gibt keine sichere Antwort.
3. Wie lange dauert der Impfschutz? 2, 4 oder 6 Monate? Hält dieser Impfschutz bei allen Menschen gleich lange an? Wohl kaum! Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich im März 97 an einer sehr, sehr schweren Grippe mit Spitalaufenthalt erkrankt war, obwohl ich mich im September 96 geimpft hatte. Vielleicht war der Impfschutz nach 6 Monaten weg; vielleicht hatte ich auf die Impfung nicht angesprochen. Auf alle Fälle habe ich erfahren, dass die Grippe einen sehr, sehr schweren Verlauf nehmen kann.

16.9.10

An der Grippefront ist es zur Zeit noch ruhig. Von der Hysterie des vergangenen Jahres ist nichts zu spüren. Die WHO hüllt sich in Schweigen. Empfehlungen und Prognosen werden keine heraus gegeben. Wohlweislich, nach dem Debakel im letzten Jahr.
Soll man sich überhaupt impfen lassen? Die Meinungen klaffen weit auseinander. Die grössten und bedeutendsten medizinischen Zeitschriften auf dieser Welt sind sich nicht einig. Wie soll da der kleine Doktor auf dem Land wissen, was zu tun ist? Mein Fazit: All jene Menschen, welche mit der Impfung bisher gute Erfahrungen gemacht hatten, sollten die Impfung auch dieses Jahr über sich ergehen lassen. Alle jene, die noch nie unter einer Grippe litten, können auf die Impfung verzichten. Skeptiker sollten ebenfalls nicht geimpft werden. Und wie steht es um die Kleinkinder und die Senioren?
Bei beiden Gruppen sind wir zurückhaltend. Es gibt kaum Eltern, die ihre Kids gegen die Grippe impfen lassen möchten; zu gross ist die Unsicherheit. Ob die Impfung bei Menschen über 65 oder 70 Sinn macht, ist sehr, sehr umstritten. Die Ja-Experten beteuern, dass gerade alte Menschen, welche eher zu schweren Grippeverläufen neigen, vom Schlimmsten bewahrt werden könnten. Die Nein-Experten geben zu bedenken, dass die Menschen ab einem gewissen Alter gar nicht mehr in der Lage seien, die Immunabwehr gegen das Grippevirus aufzubauen. Wer hat nun recht? Natürlich weiss ich das nicht. Ich tendiere allerdings eher dazu, ganz alten Menschen die Impfung nicht zu empfehlen. Mit dieser Einschätzung bin ich bisher gut gefahren. Solange keine grundlegend neue Erkenntnisse auf den Tisch gelegt werden, wird die bisherige Taktik beibehalten.

6.10.10

Mit der Grippeimpfung, die auch eine Komponente gegen das Schweinevirus enthält, beginnen wir in unserer Praxis am 1.11.10.

26.9.10

Die Pharmabranche hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Mitteilungen über Nebenwirkungen bestimmter Medikamente häufen sich. Ein bekanntes und weltweit verkauftes Diabetesmedikament wird vermutlich ebenso vom Markt verschwinden wie das wegen Unwirksamkeit in die Schlagzeilen geratene Krebsmedikament der ROCHE. Im weiteren darf Calcium mit Sicherheit nicht mehr als das Wundermittel gegen Osteoporose angesehen werden. Die Gerüchte verdichten sich, dass die Nebenwirkungen bedeutender sind als der lobgepriesene Effekt auf den Knochen. Aufgrund der aktuellen Datenlage, wage ich die Behauptung, dass Calcium bis in 5 Jahren seinen Platz in der Osteoporosetherapie verlieren wird. An seine Stelle wird mehr und mehr Vitamin D treten.

4.9.10

Die nächste Grippe kommt bestimmt! Vielleicht halten sich die "Schweinegrippe-Apostel" nach den desolaten Erfahrungen im letzten Jahr mit den neuen Prognosen etwas zurück. Es nimmt sie ohnehin niemand mehr ernst! Immerhin wurde dem neuen Grippeimpfstoff die Schweinegrippe-Komponente beigemischt. Es braucht also nur noch eine einzige Impfung. Der nationale Impftag wurde auf anfangs November 10 festgelegt. Ich bin gespannt, wieviele Menschen sich in diesem Jahr stechen lassen.

22.8.10

Die Verträge mit der SWICA sind unter Dach und Fach. Ab dem 1.1.11 wird aus der Praxis im Sandbänkli die "SWICA-Praxis im Sandbänkli GmbH". Der eine oder andere wird ob dieser neuen Bezeichnung die Nase rümpfen und sich vielleicht fragen: was soll denn das? Der Sinn der Massnahme ist ganz einfach und klar: unsere Praxis soll weiter bestehen, auch wenn ich mich einmal zurück ziehen werde. All jenen, welche den Brief von der SWICA richtig gelesen haben, mag es langweilig erscheinen, wenn ich die wichtigsten Botschaften wiederhole:

1. für die Patienten ändert sich nichts;
2. das Personal bleibt das gleiche;
3. alle Patienten sind wie bisher herzlich willkommen, unabhängig davon, welcher Krankenkasse sie angehören.

Natürlich sind wir gerne bereit, Ihnen Red und Antwort zu stehen, wenn Sie etwas nicht begriffen haben.

3.7.10

Nun ist es zumindest halb-offiziell, dass die WHO bei der Beurteilung der Schweinegrippe im vergangenen Jahr von Vertretern gewisser Pharma-Firmen "beraten" wurde. Die eine Hand wäscht die andere. Dass die Exponenten der WHO und der betroffenen Chemie-Unternehmen eine solche Allianz lautstark bestreiten, erstaunt überhaupt nicht. Über die Höhe der Beraterhonorare und über das Ausmass der Bestechungsgelder für die WHO-Spezialisten darf spekuliert werden. Nur keine falsche Bescheidenheit.

13.6.10

Rückwirkend ab dem 1.1.10 ist unsere Praxis in ein GmbH umgewandelt worden . Die offizielle Bezeichnung lautet nun: "Praxis im Sandbänkli GmbH".
Was hat dies für Auswirkungen auf unsere Patienten und Kunden? Gar keine. Die Praxisführung ist die gleiche; das Angebot bleibt unverändert; im Personal gibt es die eine oder ander Veränderung (vgl. Rubrik Personal).
Die Umwandlung in eine GmbH ist nicht zuletzt aus der Überzeugung heraus erfolgt, dass eine Praxis nichts Besseres oder Schlechteres als ein Gewerbebetrieb ist. Ich bin der Meinung, dass sich die praktizierenden Ärzte dem Gewerbeverband anschliessen sollten, Akademikertitel hin oder her, politische Orientierung hin oder her. Mit einem starken Verband im Rücken, fiele es uns sicherlich leichter, die eine oder andere Forderung wie freie Medikamentenabgabe usw. durchzusetzen. Dass wir Ärzte in Bern keine Lobby haben, ist eine Tatsache, um die wir nicht herumkommen. Immerhin haben wir nun einen Bundesrat als obersten Chef, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger zuhören kann und nicht mit dem Bleihammer Verordnungen durchsetzt, von deren Inhalt und deren Konsequenzen er keine Ahnung hat. Zumindest ein gutes Zeichen.
Vielleicht würde es sich lohnen, beim lokalen Gewerbeverein nachzufragen, ob ein Aufnahmegesuch eine Chance hätte. Dass es von offizieller Ärzteseite Proteste geben könnte, nehme ich in Kauf.

31.5.10

An dieser Stelle einmal eine eher unschöne Geschichte aus dem Praxisalltag, die uns nur indirekt betrifft:

An einem Freitagnachmmittag meldet sich die Mutter mit ihrem etwa 12-jährigen Sohn wegen starker Kopfschmerzen, welche auf die üblichen Mittel nicht angesprochen hätten, in der Praxis. Bei der Untersuchung können keine Hinweise auf ein ernsthaftes Leiden gefunden werden. Die Medikation wird etwas modifiziert, aus der Überzeugung heraus, dass die Beschwerden innerhalb von Stunden abnähmen. Gegen 22 Uhr meldet sich die Mutter beim Notfallarzt. Dieser verschreibt zusätzlich ein Antibioticum, weil er Hinweise für eine Nebenhöhlenentzündung gefunden hatte. Ca. 90 min. später, um 23.30 Uhr, ruft die Mutter den Notfallarzt erneut an, weil ihr Sohn die Schmerzen nicht mehr aushielte. Der angerufene Arzt schlägt der Mutter vor, mit dem Jungen ins Spital zu fahren. Der Notfallarzt ruft in Münsterlingen an und bittet den Nachtarzt, er möge doch den Ohren-Nasen-Halsspezialisten, der nicht im Spital wohnt, aus dem Schlaf nach Münsterlingen holen. Der Spezialist ist um Mitternacht am Spital - und wartet und wartet und wartet. Nach einer Stunde ruft er den zuweisenden Arzt an, wo denn der Patient verblieben sei. Dieser empört sich zurecht und ruft die Familie zuhause an. Von dort kommt die lapidare Antwort, sie würden nun doch nicht ins Spital fahren....
Kommentar: fast überflüssig in Anbetracht einer so bodenlosen Rücksichtslosigkeit, ja Frechheit. Am Samstagmorgen war der Kopfwehjunge bei mir eingeschrieben. Er ist zum ersten Mal ohne seine Mutter in der Sprechstunde erschienen - mit grosser Verspätung. Ich habe dem jungen Patienten klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass ich von der Mutter zumindest eine Entschuldigung bei den beteiligten und zu Recht beleidigten Ärzten erwarten würde. Ob dies geschehen ist? Ich habe mich für meine Patienten geschämt, was glücklicherweise nicht oft vorkommt. Im Übrigen handelt es sich bei den Übeltätern nicht um Ausländer......

16.5.10

Schlechte Kunde kommt aus Zentralasien, wo unsere Tochter Simone mehrere Jahre gearbeitet hatte: in Tadschikistan ist eine Polio-Epidemie ausgebrochen, welche viele nicht geimpfte Kinder dahinsterben lässt. Die Impfung gegen die Kinderlähmung wäre an sich nicht teuer und stünde auch in grosser Menge zur Verfügung. Offensichtlich fehlt es in diesen Ländern an einer tauglichen Infrastruktur und an Geld. Zudem wird vor allem die Landbevölkerung kaum informiert. Insgesamt kann von einer halbwegs funktionierenden Logistik nicht die Rede sein. Was tun? Für die aktuell grasssierende Epidemie kommen wohl alle Massnahmen zu spät. Künftige Katastrophen können nur mittels eines Impfprogrammes in grossem Stil vermieden werden. Wer soll das bezahlen? Wer baut eine Organisation auf? Wer informiert die Landbevölkerung? Der WHO, welche lieber grosse Töne von sich gibt als reale Probleme angeht, traue ich eine Pionierrolle ebenso wenig zu wie den führenden Pharmakonzernen, welche es vorziehen, ihre überteuerten Blockbuster - Medikamente, die über eine Miliiarde Dollar Umsatz pro Jahr machen - zu verkaufen, als irgendwo die satten Gewinne sinnvoll einzusetzen. Es wird bleiben, wie es ist: die Armen leiden am meisten und die Reichen ertrinken fast im Überfluss. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Können Sie sich vorstellen, wie viele Kinder gegen die Kinderlähumung geimpft werden könnten, wenn all jene Schweizer Banker, Manager und Konzernchefs, die pro Jahr über 10 Millionen Franken "verdienen", während eines einzigen Jahres zugunsten einer Impfaktion auf die Hälfte ihrer Einkünfte verzichten würden? Millionen und Abermillionen von Kindern würden in den Genuss dieses Glücks kommen. Leider nur ein Wunschtraum.

25.4.10

Im Augenblick können wir uns über einen zu grossen Andrang in der Praxis nicht beklagen. Es ist eine eher ruhige Zeit eingekehrt, was uns und den Patienten zu gute kommt. Die in der Vergangenheit oft zitierten Viren haben sich ins Sommerquartier zurückgezogen. Der Alltag wird geprägt von Menschen mit Rückenbeschwerden, Herzkrankheiten, hohem Blutdruck und Diabetes. Hinzu gesellen sich in unterschiedlichem Ausmass "Pollenopfer", Erkältungsgeplagte und grosse und kleine Menschen mit meist nicht so gefährlichen Verletzungen. Allerdings wissen wir in keiner Sekunde, was uns als nächstes fordert: eine akute Krankheit oder ein schwerer Unfall. Ungewissheit eben als Teil unseres schönen Berufes.

11.4.10

Nun ist es offiziell: Millionen von Impfdosen, die im Rahmen der pandemischen Grippe nicht abgesetzt werden konnten, werden vernichtet. Viele Millionen von Franken, die wir in der Schweiz sehr gut gebrauchen könnten, werden in Rauch und Asche zerlegt. Dabei haben wir Grossfamilien, Bergbauern, Kranke und Invalide, welche für jeden Franken dankbar wären. Ist vielleicht "haarsträubend" das richtige Wort für das aktuelle Geschehen? Wer trägt die Verantwortung für den Fehleinkauf? Muss jemand dafür büssen? Wohl kaum. Denn hinter jedem vorgeschobenen Entscheidungsträger versteckt sich ein Amt oder eine Kommission, welche nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Es gibt Verlierer, es gibt Gewinner - auch in einem Krieg. Das wird so bleiben, solange der perfekte Mensch nicht geboren ist. In der Schweiz jedenfalls sucht man diesen bisher vergeblich.

27.3.10

Von bahnbrechenden Neuigkeiten, die unsere Alltagsarbeit unmittelbar beeinflussen, sind wir im Moment "verschont". Das heisst aber nicht, dass die Wissenschaft eingeschlafen ist. Im Gegenteil: sie ist kritischer eingestellt, seit dem bekannt geworden ist, dass mehr als die Hälfte aller Studien von Pharmakonzernen beeinflusst und damit nicht neutral sind. Von einer grossen Studie, welche dazu angelegt war, einem neuen Produkt auf dem Gebiete der Neurologie Schub und damit Verkaufszahlen zu verschaffen, weiss man inzwischen, dass die Resultate in grossem Stile zugunsten des Präparates geschönigt und damit ganz klar gefälscht wurden. Umso erstaunlicher, dass sich das Medikament in Spitälern und bei Spezialisten bereits grosser Beliebtheit erfreut. Unwissen oder Fahrlässigkeit?

18.3.10

Wenn nicht alles täuscht, ist die Grippesaison definitiv vorbei. In den letzten Wochen gab es zwar noch fieberhafte Infekte zu behandeln. Kein Mensch aber interssiert sich noch, ob es vielleicht der Pandemie-Erreger sein könnte. Und wenn auch. Für einmal sind wir fast ungeschoren davon gekommen. Die düsteren Prognosen haben sich nicht bewahrheitet. Das zeigt auch sehr klar auf, dass die Natur und mit ihr die Viren nicht auf die Prognosen der Angstmacher hereinfallen. Vielleicht kündigt sich im nächsten Herbst eine neue Nicht-Pandemie-Welle an. Ob allfällige Vorsichtsmassnahmen in Anbetracht des grossen Flopps vom vergangenen Winter dann noch ernst genommen werden?

25.2.10

Wie soll es mit dem Notfalldienst weiter gehen? Schliessen wir uns dem Thurgau West an? Kochen wir weiterhin unser eigenes Süppchen? Gibt es vielleicht eine Lösgung auf privater Basis? Fest steht, dass die Verpflichtung eines neuen Hausarztes umso schwieriger ist, je mehr Notfalldienste geleistet werden müssen. Das erfährt jeder, der einen Nachfolger oder einen ärztlichen Mitarbeiter sucht. Bei den Patienten stösst die aktuelle und wohl vorübegehende provisorische Lösung in den meisten Fällen auf Verständnis. Daran ändert auch ein in der lokalen Presse veröffentlichter Fax nicht, in welchem der Verfasser seinen Unmut in mehr oder weniger humorvolle Worte kleidet. Halb so schlimm!

6.2.10

Viele Firmen und Kleinbetriebe sind dazu übergegangen, bereits ab dem 1. Krankheits- oder Unfalltag ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis zu verlangen. Ob dies nun gesetzlich ist oder nicht, macht keinen Unterschied. Denn, wir wollen ja dem Patienten helfen. Diese strenge Regelung führt dazu, dass der Kranke oder Verunfallte gezwungen wird, einen Arzt aufzusuchen, auch wenn die Sache nach 3 Tagen ausgestanden ist. Woher sollte er sonst ein Zeugnis erhalten? Die Regel, ohne Konsultation kein Zeugnis, kann nur in ganz seltenen Fällen umgangen werden. Eine bürokratische Massnahme, die nicht auf unserem Mist gewachsen ist.

3.2.10

Mit grosser Wahrscheinlichkeit müssen wir nun nicht mehr Angst vor einer 2. Pandemie-Virus-Welle haben. Zumindest in diesem Winter nicht. Denn die kalte Witterung wäre für die Verbreitung der Krankheit geradezu ideal gewesen. Natürlich ist der Winter noch nicht vorbei. Und die saisonale Grippe kann auch in diesem und im nächsten Monat noch zuschlagen. Abwarten.
Ein Fazit bezüglich der Schweinegrippe darf man sicherlich ziehen: sie war beim weitem nicht so gefährlich und aggressiv, wie sie in den Medien dargestellt wurde. Darüber dürfen wir froh sein.
Dennoch: nahmhafte Experten werfen der WHO vor, sie hätte in unverantwortlicher marktschreierischer Weise eine verhältnismässig harmlose Viruserkrankung zu einer Weltkatastrophe hochgejubelt. Jene Stimmen, die hinter dieser grossangelegten Propaganda mächtige Pharmakonzerne sehen, verstummen nicht. Mit Sicherheit haben nicht wenige Unternehmen mit der Pandemie das grosse Geld gemacht. Novartis und Dr. Vasella lassen grüssen.

Ein paar neuere Informationen zu Tamiflu: jene Daten, die belegen, dass dieses Medikament überhaupt nichts nützt, werden mit jedem Tag umfangreicher. Ich gebe eine Kurzfassung der kritischen Beurteilungen wider:

- das Produkt ist teuer;
- falls es nützt, dann nur, wenn man es spätestens 24 Stunden nach den ersten Symptomen einsetzt;
- der Verlauf und die Schwere der Infektion werden nicht beeinflusst;
- ev. wird die Krankheit um einen halben bis einen ganzen Tag verkürzt;
- Resistenzen gegen das Medikament sind auf dem Vormarsch;
- die Angaben über die Dosierung bei Kindern im Beipackzettel sind unklar.

Quintessenz: das Geld für etwas Sinnvolleres ausgeben...

24.1.10

Die Sonntagspresse schreibt in grossen Lettern vom drohenden Hausärztemangel in der Schweiz. Als ob dies eine Neuigkeit wäre! Und, dass wir unseren Politikern diese Misere zu verdanken haben, ist auch bestens bekannt. Nur: ein Rezept gegen diese negative Entwicklung, die vor allem die Landbevölkerung zu spüren bekommen wird, kennt niemand. Guter Rat ist teuer. Mit Sicherheit fände sich eine gangbare Lösung. Offensichtlich ist aber niemand an einer solchen interessiert. Was soll ich mich um die Ärzte scheren, solange ich gesund bin? Eine Devise, die ins Auge gehen kann.
Was die Praxis im Sandbänkli betrifft, so wird die allernächste Zukunft zeigen, wie es weiter geht. Die Hoffnung, dass die Lücke, die Frau Dr. Hupp im Sommer 10 hinterlassen wird, geschlossen werden kann, ist nicht ganz wahnwitzig. Noch gibt es ein paar wenige Ärzte, welche sich der anspruchsvollen Herausforderung stellen wollen. Die Weichen sind gestellt. Weitere Informationen über den Stand der Dinge, werden in unregelmässigen Abständen folgen.

Im Übrigen war der 22. Januar 10 der 31. Jahrestag der Praxisübernahme von Dr. Giger. Am 22. Januar 1979 wurden die ersten Patienten durch den damals neuen und jungen Arzt betreut.

21.1.10

Die Anzahl der Patienten mit viralen Infekten ist im Sinken begriffen. Vereinzelt nur sieht man sie noch in der Sprechstunde. Entwarnung? Nein! Solange die Temperaturen tief sind, fühlen sich die chemischen Biester offensichtlich wohl. Die Gefahr einer 2. Welle ist noch nicht gebannt. Voraussagen spekulativ. Die Zeit wird uns die Antwort geben.

9.1.10

Verwirrende Zahlen

Gemäss dem BAG (Bundesamt für Gesundheit) wurden insgesamt 3 Mio Dosen Pandemie-Grippe-Impfstoff an die Spitäler, Arztpraxen und andere Institutionen verteilt. Bekannt ist auch, dass sich bestenfalls 15 bis 20% der Gesamtbevölkerung einer Impfung unterzogen haben. Grosszügig gerechnet ergibt dies eine Impfpopulation von ca. 1.5 Millionen. Frage: wo sind die anderen 1.5 Mio Dosen geblieben?? Sind sie irgendwo abhanden gekommen? Lagern sie in Spitälern und Praxen? Einerlei: die Rechnung geht nicht auf. Was mit den anderen 10 Mio Dosen geschehen soll, die eingekauft wurden, weiss der liebe Gott. Der Versuch, die Übermengen ins Ausland zu verkaufen, dürfte kläglich scheitern, weil auch andere, einwohnerreichere Länder mit dem gleichen Problem kämpfen.
Vielleicht würde es sich lohnen, mit der "Entsorgung" der Impfstoffe noch etwas zuzuwarten. Zum Einen sind sie 1 Jahr haltbar; zum Anderen weiss niemand, ob uns in den nächsten Wochen bis zum Frühjahr eine zweite Pandemiewelle heimsuchen wird.

Es ist erstaunlich ruhig geworden an der Grippefront. Vereinzelt nur melden sich noch Patienten mit typischen Symptomen. Glücklicherweise verlaufen fast alle Erkrankungen harmlos. In der Ostschweiz sind nur Einzelfälle mit einem schweren Verlauf bekannt. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Glück gehabt? Wer weiss das schon. Eine Lehre darf man aus der ganzen Geschichte ziehen: auch der Gesündeste darf sich auf seine Gesundheit nichts einbilden. Dankbarkeit ist angesagt.

2.1.10

Zwei Hände reichen nun nicht mehr aus, um die Toten aufzuzählen, welche in der Schweiz der Pandemie zum Opfer gefallen sind.
Von einem einzigen Patienten indes weiss man, dass er nicht chronisch krank war und quasi aus heiterem Himmel ins Grab gerufen wurde. Vergessen wir nicht: die saisonale Grippe fordert jedes Jahr mehrere Hundert Tote. Darunter sind mit Bestimmtheit auch solche, die vorher nie krank waren. Eine schwere Lungenentzündung kann jeden treffen. Niemand weiss warum. Ich selber erinnere mich an mehrere Menschen, die unabhängig von der Grippesaison, an einer fulminaten Lungenentzündung gestorben sind, obwohl sie vorher immer gesund waren. Gesundsein ist und bleibt das grösste Geschenk. Ohne Gesundheit geht gar nichts. Das weiss man nicht nur von sehr reichen Menschen, die unerwartet von einer schweren Krankheit getroffen, ihr ganzes Vermögen dahingäben, wenn ihnen nur die Gesundheit zurückgegeben würde....

Ich bin kein Prophet und nicht imstande abzuschätzen, wie es mit der Pandemie weitergeht. Nicht wenige Experten befürchten ein Chaos, sollten das "normale" Grippevirus und das Schweinegrippevirus gemeinsame Sache machen. Ob sie sich gegenseitig stärken oder vielleicht schwächen? Ob sie von einem auf den anderen Tag angriffiger und gefährlicher auftreten? Ob sie die Menschheit ins Verderben stürzen? Jeder darf spekulieren. Jeder darf hoffen. Schwarzmalerei ändert gar nichts.

23.12.09

Patienten und Personal stellen sich die Frage, ob die virale Pandemie vorbei sei. Aufgrund der fehlenden Nachfrage nach Impfstoffen und in Anbetracht der Tatsache, dass die fieberhaften Infekte in den letzten 5 bis 10 Tagen eher abgenommen haben, dürfen wir annehmen, dass die grösste Gefahr im Augenblick zumindest gebannt ist. Es ist Gott sei Dank in unserem Land zu wenig Todesfällen und nur zu einzelnen schweren Verläufen gekommen. Unsere Praxis ist von schweren Erkrankungen verschont geblieben. Auch das Personal hat die unruhige Zeit fast unbeschadet überstanden. Ein herzliches Dankeschön für den grossen und selbstlosen Einsatz.

17.12.09

Das Schlimmste, was die Pandemie betrifft, ist möglicherweise vorüber. Die Anzahl der grippalen Infekte, die wir zu behandeln haben, ist rückläufig. Sollen wir uns nun über die Panikmache des BAG ärgern oder sollen wir uns darüber freuen, dass es (bisher?) nicht schlimmer gekommen ist. Mit Freude lässt sich leichter leben als mit Ärger. Also freuen wir uns, dass wir noch einmal halbgeschoren davon gekommen sind. Es hätte ja ganz anders verlaufen können.

Im Jahre 2005 war es die Vogelgrippe, die uns in Angst und Schrecken versetzt hat. Im Herbst 2009 hat uns die Schweinegrippe bedroht. Was kommt im Jahre 2013 (4-Jahres-Zyklus?) auf uns zu? Vielleicht die Hunde- oder Katzengrippe? Wer weiss das schon.

6.12.09

Ob an der Pandemiefront etwas Ruhe eingekehrt ist? Eine Ruhe vor dem 2. Sturm oder der 2. Welle? Wer will das schon wissen?
Tatsache ist und bleibt, dass die virale Erkrankung bisher nur wenige Tote gefordert hat. All jene wenigen Menschen, die bisher in der Schweiz verstorben sind, waren vorher schwer krank. Sie hätten wohl auch eine saisonale Grippe nicht überstanden. In unserer Praxis haben wir bisher keinen einzigen schweren Fall gesehen. Den
Test auf das Pandemievirus bieten wir für gewöhnlich nicht an. Dies aus 3 Gründen:

1. der Test kostet 180 Franken;
2. das Ergebnis hat auf die Behandlung keinen Einfluss;
3. ein positiver Test erzeugt vor allem bei ängstlichen und unsicheren Patienten eine gewisse Hysterie.

Ich wiederhole mich: kein einziger Mensch, ob Laie oder Fachmann, kann beurteilen, wie die Infektion weiter geht. Nur die Zeit wird die Antwort geben. Verläuft die Krankheit weiterhin so mild wie bisher, drängen sich zwei Aussagen auf:

1. die "Schweinegrippe" war ein rein wirtschaftliches Problem (oder ein wirtschaftlicher Glücksfall);
2. die grosse Aufregung und die riesige
Propaganda war fast umsonst - aber nicht gratis.

26.11.09

Fast gewinnt man den Eindruck, im alten Departement des neuen Bundesrates wehe ein frisches Lüftchen. Anders ist es nicht zu erklären, dass der 3. Pandemie-Impfstoff (Celtura) auf den Markt geworfen wurde, ehe die unselige
Swissmedic das Placet dazu erteilt hatte... Was muss das für ein (Schweine-"Grippe"-) Laden sein, wenn ihm der oberste Chef nicht traut und ihn bei einem wichtigen Entscheid links liegen lässt? Nachdenken erlaubt.

Wie ich bereits prophezeit hatte, sind in der Zwischenzeit 4 Menschen an der Pandemiegrippe gestorben. Alle Opfen waren chronisch-krank. Das Virus hat ihnen den Todesstoss versetzt. Bisher ist in der Schweiz kein einziger vorher gesunder Mensch an der Schweinegrippe gestorben. Dass die saisonale Grippe jedes Jahr Hunderte von Menschen dahinrafft, wird bewusst oder unbewusst verschwiegen. Warum wohl? Ein "normaler" Grippetoter bringt keine Schlagzeilen und bewirkt auch nicht, dass sich mehr Menschen impfen lassen. Ein wirtschaftlicher Vorteil kann somit nicht generiert werden.

Die Impffreudigkeit hat ein wenig zugenommen. Impfstoff haben wir nun genügend. Somit können wir die Impfwünsche aller Kandidaten erfüllen. Umso mehr, als nun Pandemrix für alle menschlichen Lebewesen ab 6 Monaten bis ins hohe Alter zugelassen ist.

15.11.09

Mittlerweile wird ein 3. Impfstoff gegen das Pandemie-Virus unter die Impfer verteilt. Damit wird die Impfstrategie noch viel komplizierter. Fast muss man nun ein geübter Impfstratege sein, um überhaupt noch zu wissen, welcher Impfstoff für wen und in welcher Dosierung - eine oder zwei Impungen in welchem Abstand zum Beispiel - verabreicht werden soll. Dabei weichen die Vorschriften voneinander ab, je nachdem, welche Info gerade zur Verfügung steht. Kurz und gut: für uns Ärzte wird es zunehmend schwieriger, die Impfwilligen zu beraten. Dabei wäre es doch möglich, einen einzigen Impfstoll für alle zu haben. Genau gleich wie bei der "üblichen" saisonalen Grippe, für welche wir im Übrigen auch zu wenig Dosen zur Verfügung haben.

Glücklicherweise haben wir bisher keinen schwere Erkrankung am Pandemie-Virus gesehen. Mit Sicherheit aber wird es früher oder später auch in der Schweiz Todesfälle geben. Genau gleich wie bei der saisonalen Grippe, über welche keine Worte verloren werden. Damit leben wir seit Jahrzehnten.

11.11.09

Nun ist sie angelaufen, die Pandemie-Impfaktion. Nach der chaotischen Logistik von BAG und Swissmedic haben wir vor 2 Tagen die ersten Dosen bekommen und 10 besonders gefährdete Personen geimpft. Im Verlauf der nächsten 48 Stunden können wir voraussichtlich weitere 20 bis 30 Personen versorgen. Von einer Impf-Euphorie oder gar Impf-Wut kann keine Rede sein. Und die ersten Reaktionen zeigen, dass die Spritze vor allem an der Einstichstelle etwas Schmerzen und eine leichte Schwellung hervorrufen kann. Ob die Impfung im jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch Sinn macht, bleibe dahingestellt; dauert es doch ca.
3 Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Vielleicht ist der ganze Spuk in 3 Wochen vorbei. Wer kann dies schon wissen. Wie lange der Impfschutz anhält, ist auch nicht bekannt. Tatsache ist und bleibt, dass die pandemische Grippe bisher nur milde Symptome verursacht. Wenn das so bleibt, darf man bald sagen: viel Lärm und wenig.

2.11.09

Die "Erklärungen", weshalb wir mit der Imfpung gegen die pandemische Grippe in Europa einmal mehr das Schlusslicht bilden, stinken zum Himmel. Prof. Zeltner rundet seine desaströsen Leistungen mit einem weiteren lachhaften Statement ab. "Swissmedic", die Prüfstelle des Bundes, gerät nicht zum ersten Mal in ein schiefes Licht. Nicht wenige behaupten, das Institut sei eine Ansammlung von Fachleuten mit grosser Inkompetenz. Kommt dazu, dass wir Schweizer immer wieder dazu neigen, das Rad nochmals zu erfinden. Was für das "übrige" Europa gut genug erscheint, muss für die Schweiz noch lange nicht tauglich sein.

25.10.09

Die Zeit der Grippeimpfung ist gekommen. Bisher haben wir keinen Ansturm wie im Jahre 2005 (Schlagwort "Vogelgrippe") erlebt. Vielleicht ändert sich dies schlagartig, wenn sich die Gerüchte bestätigen sollten, dass die "normale" Grippeimpfung auch zu einem guten Teil vor dem Pandemievirus schützt. Abwarten. Fast scheint mir, unsere Patienten hätten die Schweinegrippe bereits vergessen. Viel Lärm um nichts??? Wie so oft im Menschenleben, wird die Zeit die Wahrheit aufzeigen.

17.10.09

Für 80 Millionen Franken (achzig!!) hat das BAG 13 Mio Dosen Impfstoff gegen das Pandemievirus eingekauft. Der Deal mit 2 Pharmafirmen wurde getätigt noch
bevor bekannt war, ob es zu einer ausreichenden Immunität 1 oder 2 Portionen brauchen würde. Viel, viel Geld für eine ohnehin fragwürdige Aktion. Ein weiterer extrem teurer Meilenstein in der Karriere des abtretenden BR PC aus dem Wallis. Er hat wahrhaft unverwischbare Spuren hinterlassen. Dass er dabei von seinem medizischen Chef, Prof. Zeltner, beraten wurde, dürfte allen klar sein. Vom illustren Duo darf man mit Fug und Recht behaupten, dass es nachhaltig, sehr nachhaltig gewirkt hat. Und die Folgen dieser katastrophalen Gesundheitspolitik? Keine. Wir Bürger bezahlen die Zeche. Was mit dem Impfstoff geschieht, der nicht zur Anwendung kommt, wissen die Götter. Diese reden bekanntlich wenig.

Ein weiterer grober
Denkfehler bei diesesr Nacht- und Nebelaktion: wer sagt denn, dass sich alle Schweizer impfen lassen wollen? Wer, bitte schön? Bisher ist unter der Bevölkerung jedenfalls keine Impfwut ausgebrochen. Gegen die saisonale Grippe lassen sich in einem gewöhnlichen Jahr gut 20% der Bewohner dieses Landes stechen. Wieso soll es bei der neuen Grippe anders sein?

Eine weitere Problematik, die mit dem BAG ausnahmsweise nichts zu tun hat: keiner kann sagen, wann die saisonale Grippe ins Land zieht. Für uns Ärzte ist es dann unmöglich, allein aufgrund der Symptome herauszufinden, um welchen Erreger es sich handelt. Was tun? Gar nichts! Das heisst: Wirkstoffe gegen die Krankheitszeichen einsetzen wie bisher. Weshalb also das ganze Theater? Viel Lärm um wenig? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Im Übrigen hat die
WHO, eine Organsation, die nicht über alle Zweifel erhaben ist (welche UNO-Organisation ist dies schon.....), neulich verlauten lassen, die Pandemie würde erst in den Monaten Januar und Februar 2010 die Menschheit überfallen. Tatsache ist, dass aus Genf in regelmässigem Rhythmus Prognosen in die Welt hinaus geschleudert werden, welche die Angaben, die zuletzt veröffentlicht worden waren, als null und nichtig erklären. Öfter mal was Neues....

9.10.09

Grosse Unsicherheit herrscht in Bezug auf die Applikation der Impfung gegen das Pandemie-Virus (Schweinegrippe): braucht es wirklich 2 Impfungen oder genügt eine. Die Experten sind unsicher. In der BRD wurden die Bestellungen des Impfstoffes bei der Novartis sistiert. In der Schweiz geht man (das BAG...) davon aus, dass sich ein Drittel der Bevölkerung impfen lassen möchte. Meiner Ansicht nach ist diese Einschätzung masslos übertrieben. Von unseren Patienten interessiert sich kaum einer für die Impfung, die nach wie vor nicht zur Verfügung steht....

3.10.09

Wie in den Jahren zuvor, beginnen wir mit den Grippeimpfungen in der 2. Oktoberhälfte. In einem Rundschreiben, über dessen Logik man in guten Treuen anderer Meinung sein kann, hat das BAG mehr halbherzig als überzeugend die Empfehlung herausgegeben, mit den Grippeimpfungen bereits jetzt zu beginnen. Auf Wunsch sind wir bereit, die Impfung gegen die "übliche" Influenza bereits jetzt zu verabreichen. Das Praxispersonal wartet bis Ende Oktober zu.

27.09.09

An der Schweinegrippe-Front ist es in den letzten Tagen ganz ruhig geworden. Ganz ruhig. Zu ruhig vielleicht? Kommt der Schub doch noch? Fällt er zeitlich vielleicht mit der "normalen" Grippe zusammen? Das wäre wohl gut so, dann hättten wir uns nicht bei jedem Fieber zu fragen, ob der Verursacher nun der Pandemie-Virus sei. Ein solcher Verlauf würde uns den normalen Alltag zurück bringen.

24.9.09

Gestern Abend hat uns der Endokrinologe, PD Dr. Peter Wiesli, leitender Arzt am Kantonsspital Frauenfeld, im Rahmen der
Bischofszeller Runde,
ein paar spannende Fälle aus dem Gebiet der Schilddrüsenerkrankungen geschildert. Die Bischofszeller Runde (BR) wurde von mir vor sicher mehr als 20 Jahren ins Leben gerufen. Dabei geht es einerseits um das Fachliche, andererseits umd das Gemütliche. Ca. 4 x pro Jahr treffen wir uns in einem Lokal der Region und widmen uns während einer Stunde der Wissenschaft. Anschliessend folgt ein gemütliches Beisammensein bei einem Stehimbiss oder Essen. Zum zweiten Teil sind ab und zu auch die Partner (-innen) geladen. Den Fachreferenten, der von einer Pharmafirma gesponsert wird, wähle ich nach verschiedenen Kriterien aus. Zum Einen soll es jemand sein, der fachlich etwas zu sagen hat; zum anderen ein Spezialist, mit dem wir Bischofszeller Ärzte zusammen arbeiten. Nicht selten fällt die Wahl auf einen neuen Chefarzt an einem unserer Spitäler. Eigentlich handelt es sich nicht exklusiv um eine Bischofszeller Veranstaltung. Leider aber sind nur selten Kollegen aus der Nachbarschaft anzutreffen. Bleibt zu hoffen, dass die schöne Tradition erhalten bleibt, wenn ich die Organisation aufgebe...

20.9.09

Die vergangenen Tage haben uns keine Patienten mehr mit dem Verdacht auf die pandemische Grippe (Schweinegrippe) gebracht. Männiglich fragt sich, ob der Spuk bereits vorbei sei oder erst in den Startlöchern stecke. Niemand weiss es; niemand will Stellung beziehen; niemand will sich die Finger verbrennen. Tür und Tor für Spekulationen sind weit geöffnet.
Fast jeden Tag wird die neue Impfung in den Massenmedien angekündigt. Ende Oktober 09 soll die Auslieferung beginnen. Kritische Stimmen, wie das "arznei telegramm" aus Deutschland, warnen vor der Impfung! Die Hauptgründe: kaum Erfahrung über Wirkung und Nebenwirkung; dem Impfstoff wird ein Verstärker beigemischt, über dessen Nebenwirkungsprofil nur spekuliert werden kann; sehr hohe Kosten für eine Massnahme, deren Erfolg oder Misserfolg nicht vorausgesagt werden kann usw. Persönlich neige ich im Moment dazu, auf die Impfung zu verzichten. Im Moment....

9.9.09

Was macht die pandemische Grippe? Es gibt keine Neuigkeiten von der Front. Wer hat recht: die Optimisten oder die Pessimisten? Dem Virus ist das gleich. Es macht ohnehin, was es will, unabhängig von unseren Bemühungen. Vielleicht ist es schon wieder auf Mutations-Kurs.

30.8.09

Immer die gleiche Frage: kommt sie oder kommt sie nicht, die Schweinegrippe? Bis heute zumindest scheinen sich die düsteren Prognosen nicht zu bewahrheiten, auch wenn bei uns in der Praxis mit Sicherheit schon befallene Patienten aufgetaucht sind. Warum wir dies nicht genau wissen? Weil wir die 180 Franken, die ein Test kostet, nicht für eine Untersuchung ausgeben wollen, deren Ergebnis auf die Behandlung keinen Einfluss hat. Bei den meisten Patienten verläuft die Schweinegrippe ohnehin fast harmloser als eine "normale" Influenza. Nach wenigen Tagen sind die Erkrankten wieder gesund, der Spuk vorbei.
Zwei grosse Probleme stellen sich dennoch: die extrem hohe Kontagiosität (Ansteckungsvermögen) und das Bestehen von Risikogruppen. Zu diesen gehören die jungen Menschen, die bisher vielleicht keine Gelegenheit hatten, ihr Immunsystem gegen die veränderten Viren zu wappnen und die
schwangeren Frauen. Allerdings ist nicht klar, weshalb gerade die Schwangeren zu den gefährdeten Menschen gehören. Ob uns die prophezeite Welle noch überflutet, vermag niemand zu sagen. Wir Ärzte halten uns mit Prognosen und Spekulationen zurück und überlassen das Feld jenen, die es auch nicht wissen... Dass es weltweit viele Todesfälle zu beklagen gibt, ist eine traurige Tatsache. Als Todesursache stehen die Lungenentzündungen mit Abstand an erster Stelle.

Ein Wort zur Behandlung: Tamiflu wirkt umso besser, je früher es eingenommen wird. Am Besten innerhalb von 12 Stunden nach Beginn der Symptome. Menschen, die wie wir, immer in Kontakt mit anderen sind, gehören zu den gefährdeten. Falls bei unserem Personal Fieber
über 38 Grad auftreten sollte, würden wir zu Tamiflu greifen und die Behandlung mit der vorgeschriebenen Dosis zu Ende führen. Damit können die Symptome gemildert, der Verlauf verkürzt und schwere Komplikationen verhindert werden.

Heute, am 30.8.09, wurde am Fernsehen die Meldung verbreitet, dass Novartis den
Impfstoff bereit hätte. Die Schweiz hat angeblich 13 Mio Dosen bestellt. Dennoch, viele, viele Fragen bleiben offen: Wann wird der Impfstoff von swissmedic zugelassen? Wie stark und wie sicher ist die Impfung? Genügen 2 Impfungen im Abstand von 3 Wochen? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wie lange wirkt die Behandlung? An Weihnachten 09 wissen wir bestimmt viel mehr.


24.8.09

Kommt sie oder kommt sie nicht - die Schweinegrippe. Die Meinungen unter Experten könnten unterschiedlicher nicht sein. Fest steht, dass die Erkrankung bei den Nicht-Hochrisikogruppen (Schwangere und Kleinkinder) milde, sehr mild verläuft. Wenn das so bleibt, gilt die Aussage: "viel Lärm um nichts". Die Hoffnung auf eine nur leichte Pandemie bleibt.
Die Anfragen halten sich in Grenzen. Meist geht es um ein Zeugnis. Über die Verfügbarkeit des Impfstoffes gibt es keine exakten Angaben.
Haben Sie diesen Spruch schon gehört? "Kein Schwein hat die Grippe"...

Im Übrigen wird das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Ende der Grippewelle so oder so gut da stehen: kommt die Pandemie nicht, heisst es: "Sehen Sie, wie gut unsere Vorbeugemassnahmen gegriffen haben". Kommt sie doch, wird das Fazit lauten: "Dank unserer umfassenden Empfehlungen und Verordnungen, ist es nicht schlimmer gekommen". Schön für das BAG.

13.8.09

Auf ein Neues zur HPV-Impfung: das Pendel schlägt nun merkbar für die Impfung aus, auch wenn Langzeitresultate nach wie vor fehlen. Wir werden unsere Taktik neu überdenken und innerhalb dieses Monates einen Entscheid fällen. Primär sind die Schulärzte gefordert.

17.7.09

Im Arznei Telegramm (AT) einer deutschen Fachzeitschrift, die ohne Inserate durchkommt, wurde in der letzten Ausgabe das Insulin "Lantus" - ein sogenanntes Analog-Insulin - abgeschossen. Aufgrund mehrerer weltweiter Studien an Tausenden von Patienten über viele Jahre hinweg, wurde gemäss dem Fachblatt bei Lantus-Anwendern eine grössere Krebshäufigkeit festgestellt. Und zwar in Abhängigkeit von der Dosierung: bei Menschen mit höheren Dosen soll auch das Krebsvorkommen häufiger sein. Dass sich der Produzent des weltweit am meisten gebrauchten Analog-Insulins heftig zur Wehr setzt, ist aus wirtschaftlichen Gründen mehr als verständlich. Während das AT nicht mehr und nicht weniger als die Rücknahme vom Markt fordert, sind die Meinungen der führenden Spezialisten nicht so klar. Auf alle Fälle ist bei jenen Ärzten, welche die neuesten Studienergebnisse aufmerksam verfolgen, eine gewisse Unsicherheit eingekehrt. In unserer Praxis gehen wir wie folgt vor: bei jenen Patienten, die gut eingestellt sind und sich wohl fühlen, belassen wir im Augenblick das Insulin Lantus; für Neueinstellungen haben wir eine andere Lösung. Wie sich die Lage wohl weiter entwickeln wird? Wir sind gespannt und hoffen auch im Namen der Patienten, dass sich das AT für einmal geirrt hätte.

5.7.09

Auf den 1.7.09 wurde - wie von Bundesrat PC "versprochen" - der neue, für uns deutlich schlechtere Labortarif eingeführt. Alle Proteste der Ärzte haben nichts genützt. Der Aufwand war für die Katz. Schrittweise wird unser Einkommen mehr und mehr beschnitten. Nicht zuletzt deshalb, weil wir in Bern keine Lobby haben. Und die Politiker lassen es bei Lippenbekenntnissen bewenden. Geht es wirklich um die Wurst, sind die Eigeninteressen viel grösser. Die schönen Worte von ehedem verklingen im politischen Wechselwind.

14.6.09

Die Schweinegrippe macht weniger Schlagzeilen als auch schon. Mittlerweile ist man zur Überzeugung gelangt, dass das Virus so gefährlich doch nicht ist. Die uns allen bekannte Grippe steht in der Gefährlichkeit dem Schweinegrippevirus in nichts nach. Todesfälle verursachen nach dem heutigen (Un-) Wissensstand beide Erkrankungen etwa gleich viele. Nur: die Grippe ist seit Jahrhunderten aktiv; die andere Erkrankung hat die Welt erst in den letzten Monaten erobert.

Eine kleine Anekdote: eine besorgte Mutter eines schon lange erwachsenen Sohnes hat vor Tagen in der Praxis angerufen und uns um die Notfallnummer des BAG (Bundesamt für Gesundheit), Sektion Schweinegrippe - oder so..., gebeten. Der Hintergrund: ihr Sohn litte zur Zeit an einer Angina und sei vergangene Weihnachten in den USA gewesen. Das könnte doch eine verschleppte Schweinegrippe sein! Da wir die Anruferin in- und auswendig kennen, haben wir erst gar nicht versucht, diesen medizinischen Unsinn aufzuklären. Wir haben ihr die entsprechende Nummer gerne bekannt gegeben. Für alle Interessierte die
Schweinegrippe-Notfallnumer: 031 322 21 00

8.6.09

Sicherlich bin ich nicht der einzige Arzt, der sich die Frage stellt, ob unser Bundesrat PC nun auch noch das letzte Restchen an Verstand verloren hat. Voraussetzung für diese Hypothese wäre allerdings die Bedingung, dass er einmal eine gewisse Portion davon hatte. Daran darf gezweifelt werden. Offensichtlich versucht er in seinen hoffentlich letzten Wochen als Bundesrat mit allen untauglichen Mitteln, den Hausarzt auszurotten - koste es, was es wolle. Gelänge ihm dies, wäre ihm der angestrebte Platz in der Schweizer Geschichte sicher. Andere nachhaltige Leistungen, die ihn über sein Wirken hinaus auszeichnen würden, hat er leider, leider nicht vollbracht. Immerhin: die anderen Mitglieder der Regierung sind ganz offensichtlich derart schwach, dass sie sich gegen den Despoten nicht zur Wehr setzen. Da kommt mir doch eine gewisse leicht abgeänderte Sentenz in den Sinn, welche die Ohnmacht und Hilflosigkeit der "glorreichen Sieben" in Bern treffend beschreibt: Vaterland, kannst ruhig sein. Deine Töchter und Söhne schlafen. - Gute Nacht!

21.5.09

Unser allseits beliebter Bundesrat PC hat mit der 30-Franken-Zutrittsgebühr einmal mehr den Vogel abgeschossen. Vermutlich hat er für diese glorreiche Idee eben im Ausland einen Doktortitel erhalten. Stellen Sie sich vor, dass Sie bei jedem Arztbesuch 30 Franken locker machen müssen, ehe sich jemand um Sie kümmert. Das tönt ja fast wie Geld oder Blut. Was geschieht bei einem Notfallpatienten? Schicken wir den wieder weg, wenn er die 30 Stützli nicht bei sich hat? Wie verfahren wir mit jenen Kunden, die bei uns ohnehin in der Kreide stehen? Wie verhalten wir uns gegenüber Kindern? Woher wissen die Auslänber, was es geschlagen hat? Hoffentlich schmettern die Parlamentarier den unsinnigen Vorschlag ab. Dass uns die Mehrheit der kantonalen Gesundheitsdirektoren unterstützt, nehmen wir Ärzte mit Genugtuung zur Kenntnis.


4.5.09

Die Schweinegrippe hat in den letzten Tagen die Massenmedien in der ganzen Welt in Beschlag genommen. Für unsere nationalen Gesundheitspolitiker fast ein Glücksfall; denn, dank dieser neuen Infektionskrankheit stehen sie vorübergehend nicht mehr in der Kritik und im hellen Rampenlicht. Die Schweinegrippe wird sich langsam aber sicher wieder verabschieden. Die Probleme rund um unser Gesundheitswesen werden bleiben und uns noch lange, lange beschäftigen. Eine Lösung, welche für alle Beteiligten annehmbar erscheint, ist nicht in Sicht. Es ist zu befürchten, dass es in diesem Machtkampf zwischen dem BAG, den Krankenkassen, den Politikern und den Ärzten keinen Sieger geben wird - wohl aber viele Verlierer. Von den Patienten redet ohnehin niemand.

19.4.09

Gardasil, die Impfung gegen Gebärmutterkrebs, im Rampenlicht...und kein Ende!

Die NZZ am Sonntag vom 19.4.09 veröffentlicht auf der Seite 69 einen Erfahrungsbericht zur HPV-Impfung unter dem Titel:
"Euphorie um die Krebsimpfung ist vorbei".

Was Skeptiker - zu denen ich ja bekannterweise gehöre - schon lange vermutet haben, scheint sich zu bewahrheiten: der Schutz vor Gebärmutterkrebs, den die Produzentin und viele, viele (gekaufte?) Experten weltweit lauthals verkünden, soll weit weniger sicher sein als behauptet. Profitiert haben bisher vor allem die Herstellerin und jene Spezialisten, welche die Propaganda für gutes Geld weltweit in Zeitschriften und auf Kongressen verbreitet haben. Wie geht es weiter? Unter uns Ärzten wird die Skepsis wachsen. Bleibt abzuwarten, wie die kantonalen Sanitätsdirektoren, welche die Impfung sehr, sehr unkritisch unterstützt und unter das junge Volk gebracht haben, auf die neuen Daten reagieren werden. Ob eine dieser Damen oder einer dieser Herren den Mut haben wird zuzugeben, dass sie das Opfer einer Fehlinformation und Falschpropaganda geworden sind? Wohl kaum. Das wäre ja geradezu ein Paradigmenwechsel unter Politikern.

3.4.09

Der 1. Mai und damit der Tag der Umstellung auf die neue Notfalldienst-Regelung rückt näher. Meine Skespsis ist geblieben. Auf dem Papier sieht alles klar und logisch aus. Ob sich die Neu-Organisation in der Praxis bewähren wird, bleibt offen. Vielleicht mache ich mir zu viele Sorgen. Vielleicht wird alles nur halb so schlimm. Vielleicht aber dauert die neue Lösung nicht allzu lange. Locker bleiben und abwarten, wäre wohl die beste Devise. Im Übrigen werden die Bewohner noch vor dem Start in einem Presseartikel über die Neuerung orientiert.

24.2.09

RÜCKZIEHER....

Leider haben wir unser Versprechen bezüglich Gardasil nicht eingehalten... Noch immer bieten wir die Impfung nicht an, obwohl wir die Einführung für das Neue Jahr versprochen hatten. Der Grund ist ganz einfach: uns fehlt die Überzeugung, obwohl der überwiegende Teil der Fachliteratur die Impfung positiv beurteilt. Sowohl Martina Hupp wie der Schreibende bleiben skeptisch. Das heisst auch, dass wir uns noch immer zurückhalten. Man könnte die reservierte Haltung als Sturheit abtun. Vielleicht aber auch als Vorsicht gegenüber einer medizinischen Massnahme, welche den Beweis bisher nicht erbringen konnte, dass die Vorteile die Nachteile bei Weitem übertreffen. Im Übrigen bleibe nicht unerwähnt, dass der Boom deutlich abgeklungen ist, obwohl die Herstellerfirma die Propaganda eher noch ausgebaut hat. Vielleicht bewahrheitet sich einmal mehr: wer zuletzt lacht... On verra!

3.12.08

Impfung gegen Gebärmutterkrebs (HPV-Impfung)

Die Zeichen mehren sich, dass die HPV-Impfung mehr Nutzen als Schaden bringt. Die internationale Fachpresse empfiehlt die Impfung nun fast vorbehaltlos. Die Kritiker werden immer leiser. Ob sie ganz verstummen?
Unter diesen Umständen müssen wir unsere Praxis anpassen. Wir haben vor, die Impfung ab dem Neuen Jahr auch anzubieten. Bis dann sollten die administrativen Hürden gemeistert sein. Die entsprechenden Formulare haben wir beim Kanton angefordert.

9.11.08

Eines der Hauptthemen am 5. Schweizerischen Impfkongress in Basel vom 6/7.11.08 war der
Impfung gegen Gebärmutterkrebs gewidmet (HPV-Impfung; Gardasil). Zwei Herren und eine Dame - allesamt bekannte Grössen unter den Impfspezialisten unseres Landes - sprachen sich ganz klar für die Impfung aus. Für sie bestehen überhaupt keine Zweifel an Wirksamkeit und Nutzen. Das Pendel schlägt eindeutig in Richtung der Impfung. Das schleckt keine Geiss (mehr) weg. Nur schade, dass kein Impfskeptiker zu Wort kam. Man war quasi unter sich und wollte keinen Nestbeschmutzer dulden. Die spärlichen Proteste einiger Grundversorger gegen die
Gesundheitspolitiker und deren ungeschicktes und selbstherrliches Vorgehen gingen in Anbetracht der einseitigen Information fast unter.
Was heisst dies nun für unsere Praxis? Wir überlegen uns die weiteren Schritte. Gut möglich, dass wir die HPV-Impfung ab dem nächsten Jahr auch anbieten. Es sei denn, der Impf-Optimismus würde durch unerwartete Ereignisse gedämft. Sie wissen ja: das aktuelle Wissen erweist sich später nicht selten als damaliger Stand der Irrtums..... Das ist wohl nicht nur in der Welt der Medizin so. Die Börse lässt grüssen.

Acomplia
(Rimonabant), ein neueres Produkt, das vor allem zur Gewichtsabnahme auf den Markt geworfen wurde, dürfte über kurz oder lang wieder vom Markt verschwinden. Zum einen kehren die wenigen verlorenen Kilos bald wieder zurück; zum anderen sind schwerwiegende psychische Nebenwirkungen aufgetreten. Sie reichen von schweren Depressionen bis zum Selbstmord. Ein verantwortungsbewusster Arzt wird das Mittel nicht verschreiben. Im Übrigen wurde das Präparat schon vor vielen, vielen Monaten durch das "arznei-telegramm" an den Pranger gestellt. Einmal mehr erweist sich das Fachblatt als kritische Stimme mit treffsicherer Prognose.
Gardasil lässt grüssen....

In den letzten Wochen habe ich ab und zu über die Impfung zur Eindämmung des Gebärmutterkrebses berichtet. Die Auseinandersetzung über Sinn und Unsinn der HPV-Impfung (Human Papilloma Virus; Gardasil) geht weiter. Ich werde mich von Zeit zu Zeit zur Problematik melden.

Willkommen

Waterfront in Kaptstadt -



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